Haus
& Wohnen
Sammelleidenschaft ist das wohl liebste Hobby des Deutschen. Dabei kann man, was die Ausmaße betrifft, kaum noch zwischen Mann und Frau unterscheiden. Was dem Mann die Eisenbahn, die Briefmarken oder die emsig gesammelten Bierkronen sind, das sind bei der Frau Sammelpuppen, Rezepte oder Schuhe.
Aber gerade im Bereich Haus und Wohnen sieht man spätestens zu Zeiten des wöchentlichen Hausputzes, der Neurenovierung oder gar beim Umzug die wirklichen Ausmaße der verschiedenen Sammelambitionen. Liebevoll zusammengeglaubt, jahrlang danach gesucht, bei jedem Urlaub mitgebracht – die Regale und Vitrinen manch Leute füllen sich mit den unterschiedlichsten Dingen. Manch einer schimpft sie Staubfänger, für den Sammelnden sind sie mitunter das Wichtigste und das erste, was sie im Falle eines Brandes mitnehmen würden.
Wie bei vielen Dingen kommt es sicherlich auf die Menge und die Art an,
wie es präsentiert wird. Jahrzehntelang gesammelte und lieblos auf einen
Haufen geworfene Zeitungen geben sicherlich nicht solch schönen Anblick wie
die liebevoll dekorierten Sammelfiguren in der Anbauwand. Unterschieden
werden muss auch zwischen der Art der angehäuften Dinge. Ganzjährig dekoriert
und gezeigt, verlieren die Sammelobjekte bei regelmäßig erscheinenden Besuchern
eher schneller den Reiz.
Dagegen sind Dekorationen zu Ostern oder die Weihnachtsdeko jährlich willkommene Blickfänger.
Da werden im Frühjahr die österlich bestickten Plissee Tischdecken aus dem Schrank geholt, Hasenfiguren aufgestellt und die bemalte Ostereiersammlung an den Strauch gehangen.
Zu Weihnachten werden die Kerzen angezündet, die Fenster mit gestickten oder selbst gemalten Fensterbildern dekoriert und der Weihnachtsbaum dekoriert.
Und spätestens zu Fasching ist dann alles erlaubt.
Was man vielleicht einmal sammeln sollte, ist den Mut, sich auch einmal von Dingen zu trennen, um Platz für Neues zu schaffen. Das befreit, das tut gut und ist ein toller Start für einen Wohnraum mit viel Platz. Vielleicht Platz für neue Sammelobjekte. :)
|